Der Sporenflug – Solidaritree wächst!

Der Sporenflug – Solidaritree wächst!

Solidaritree ist eine Idee die wachsen soll: Wir wollen dass immer mehr Menschen durch kollektive Strukturen nachhaltig aktiv sein können.

Aber wie genau unsere Strukturen wachsen können, wissen wir noch nicht. Auf der einen Seiten wollen wir was wir aufgebaut haben am liebsten so schnell wie möglich mit allen teilen. Anderseits bauen die Strukturen auf Vertrauen auf, das viel Zeit und Auseinandersetzung mit jedem*r einzelnen von uns gebraucht hat.

Um nicht über die Köpfe von anderen hinweg zu entscheiden, hatten wir die Idee, einfach mit Interessierten gemeinsam zu überlegen, wie wir zusammen wachsen können.

Wenn du also Lust hast, uns kennen zu lernen, von was ähnlichem träumst wie wir und mit uns an gemeinsamen Strukturen basteln willst, dann komm vorbei!

Vom 26. – 29.07.2019 in der Nähe von Göttingen.

Schreib uns, wenn du neugierig bist und zum Sporenflug kommen möchtest. Wir freuen uns über jeden neuen Solibaum, sodass die Wurzeln der Solidarität immer weiter wachsen!

Einige Vorteile dieser Form der gegenseitigen Unterstützung für politische Arbeit

  • Wissenserhaltung. Wir ermöglichen es uns langfristig aktiv zu sein und langfristige Strukturen aufzubauen. Das bedeutet, dass wir viele verschiedene Bewegungen und Kämpfe erleben und verbinden werden. Grade bei politischen Besetzungen gehen oft wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen verloren, weil die meisten Menschen nur für ein paar Jahre auf diese Weise aktiv sind. 
  • Von einander lernen. Wir haben vor gemeinsam zu leben, unseren Besitz und unser Geld zu teilen und eine Menge Vertrauen auf zu bauen. Gleichzeitig wollen wir aber auch alle bei unserer politischen Arbeit verschiedene Schwerpunkt setzten. Das wird durch unser enges Zusammenleben automatisch zu einer engen Vernetzung und hohen Intersektionalität führen. Wir werden so zusätzlich eine hohe Sensibilität für verschiedene Unterdrückungsformen und Betroffenheiten entwickeln. 
  • Unabhängigkeit. Unsere politische Arbeit wird nicht von bezahlten Stellen abhängig sein. Dadurch erhalten wir einerseits unsere intrinsische Motivation, andererseits unsere Unabhängigkeit. Bei so vielen NGOs die einmal mit tief gehenden Forderungen, viel Mut und Idealismus begonnen haben, hat sich mit der Zeit immer mehr der politischen Arbeit darauf beschränkt, Spendengelder zu akquirieren, die dann wiederum in großen Teilen für Personalkosten ausgegeben werden. Gleichzeitig werden Aktionen abgelehnt die den Status der Gemeinnützigkeit oder die Großzügigkeit bestimmter Spender gefährden könnten. Viele andere Projekte beziehen ihre Mittel und Lebenserhaltungskosten aus Fördergeldern von Stiftungen. Da die meisten Stiftungen eigene politische und private Ziele verfolgen, kann es auch hier zu Einschränkungen in der politischen Arbeit kommen. Wir wollen uns nicht auf diese Weise kontrollieren lassen. Statt Aktionen nicht durchzuführen, weil sie keine Spenden einbringen oder weil der Staat was dagegen haben könnte, wollen wir unsere politische Arbeit gemeinsam und zu jeder Zeit auf ihre Legitimität und Effizienz hin bewerten und unabhängig durchführen. 
  • Unterstützung. Durch die Infrastruktur die wir aufbauen können wir noch viel mehr Menschen unterstützen als nur uns. Erst einmal weil unsere gemeinsame Ökonomie den Anspruch hat offen zu sein. Wie genau wir mit einer wachsenden Zahl von Menschen umgehen wollen, ist im Moment noch in Arbeit. Wir werden aber auch Aktivist*innen direkt und unkompliziert unterstützen können. Mit einem Rückzugsort, Kontakten aus unserem Netzwerk, der Weitergabe von Wissen oder mit passender Ausstattung und Ausrüstung. 
  • Partizipation. Viele wollen gerne etwas für einen gesellschaftlichen Wandel geben, aber haben sich trotzdem entschieden einem normalen Beruf nachgehen und vierzig Stunden die Woche zu arbeiten. Für viele scheint die einzige Unterstützungsmöglichkeit dann zu sein, regelmäßig Geld zu spenden. Dadurch scheint politisches Engagement zu einem Produkt zu werden, das kaufbar ist. Durch gemeinsame Ökonomien wird hingegen ermöglicht, dass auch Erwerbsarbeit politische Arbeit wird. Denn nur dadurch das einige Geld verdienen und andere Reproduktionsarbeit machen wird es überhaupt erst möglich für uns, aktiv zu sein. Alle genannten Formen der Arbeit haben einen gleich hohen Stellwert im Projekt, alle Menschen im Projekt sind gleich beteiligt an der Entscheidungsfindung. 
  • Solidarisches Leben erproben. Wir werden schon im Hier und Jetzt herausfinden, wie es ist, tauschlogikfrei miteinander zu leben und Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Dadurch werden wir nicht nur wichtige Organisationserfahrungen für unsere Utopie mitnehmen, sondern werden auch Argumenten wie: „Menschen können sich doch gar nicht ohne Boss organisieren“ den Wind aus den Segeln nehmen.

Unsere Idee

Wir sind eine Gruppe von Menschen denen klar ist: Unsere Welt muss gerechter werden. Und das zu erreichen ist so wichtig, dass wir unsere Zeit in Aktivismus stecken wollen, der uns diesem Ziel näher bringt. Allerdings sind wir in den letzten Jahren immer wieder auf die Grenzen unserer Belastbarkeit gestoßen. Denn in der Gesellschaft in der wir gerade leben, ist es schwer, dass zu tun, was du für richtig hält. Statt dessen bist du auf gewisse Weise gezwungen Miete zu bezahlen, arbeiten zu gehen, einzukaufen und das zu tun was dir gesagt wird. Durch diese Doppelbelastung sind wir oft an den Rand unserer Kapazitäten gelangt. Deswegen haben wir festgestellt:

Um sich langfristig für einen nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel einzusetzen brauchen wir ein starkes, fähiges solidarisches Netz!

Durch gegenseitige Hilfe können wir es uns ermöglichen, Vollzeit an einer gerechteren Welt zu arbeiten,  anstatt, dass jede*r einzeln für sich in kapitalistischen Zwängen gefangen bleibt. Konstante und bewusst aufgebaute soziale Strukturen, gemeinsame Ökonomie, funktionaler Wohnraum und gemeinsame methodische und inhaltliche Weiterbildung, gewachsen aus einem gemeinsamen Grundkonsens, bilden die Grundlage dafür. Dadurch werden wir es uns und vielen anderen Aktiven praktisch ermöglichen, unser Leben dem politischen Aktivismus zu widmen. Wir schaffen eine Möglichkeit, die jenseits von bezahlten Stellen bei großen NGOs, Freizeitaktivismus oder einer Doppelbelastung durch Lohnarbeit und Herzensarbeit steht und es uns so ermöglicht unseren politischen Kampf mit langfristigen Strategien, stetig wachsender Erfahrung und einem lebenswerten Leben zu verknüpfen.

Zur Zeit sind wir ungefähr zehn Menschen und befinden uns noch im Findungsprozess, das heißt wir sind gerade dabei uns vertrauen zu lernen und unsere gemeinsamen Werte herauszuarbeiten und in einem Grundkonsens zusammen zu fassen. Dafür haben wir regelmäßige mehrtägige Treffen über ganz Deutschland verteilt. Wenn wir mit den ersten Findungsphasen fertig sind,  starten wir die gemeinsame Ökonomie. Danach beginnen wir nach einem Grundstück zu suchen und die Finanzierung für den Kauf zu starten. Wir sind jetzt schon gemeinsam politisch aktiv,  vorrangig in der Klimagerechtigkeitsbewegung.

Für mehr Infos zu unserer Projektskizze geh auf: Gruppe, Ort, oder Widerstand